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RSV und Anwaltsvergütung

Die Rechtschutzversicherungen zahlten in Deutschland 2007 € 2,2, Mrd. an Rechtsanwalts- Gerichts- und Sachverständigenkosten zur Schadensregulierung. Etwa drei Viertel davon sind Rechtsanwaltsvergütungen nach dem RVG. Gemessen an den € 11 Mrd. Vergütungsumsätzen der Rechtsanwaltschaft insgesamt beträgt der RSV-Anteil damit etwa 12,5 %. Allerdings muss man weiter berücksichtigen, dass 35% des gesamten Honorarkuchens Vergütungen der grossen Wirtschaftskanzleien ausmachen, und die Rechtsschutzversicherungen bei diesem Anteil keine relevante Rolle spielen. Es sind vor allem die kleineren Kanzleien, welche die Verbrauchermandate betreuen und welche insofern eher auf die Rechtsschutzversicherungen angewiesen sind. Dazu gehören 88% der Rechtsanwälte. Deren Umsatz wird bei einem Marktanteil von 39% auf nur 4,29 Mrd € geschätzt. Etwas mehr als 50% der Honorareinnahmen der kleineren Kanzleien waren daher rechnerisch aus Versicherungsverträgen der Mandanten gedeckt. Man wird daher zugeben müssen, dass die Rechtschutzversicherungen auch den Rechtsberatungs- und Vertretungsmarkt aufschliessen, so verärgert der einzelne Anwalt bei den Schadensabwicklungen sein mag. Möglicherweise die Hälfte der rechtsschutzversicherten Mandanten würde als Selbstzahler den Weg in die Anwaltskanzlei scheuen. Möglicherweise wäre in diesen Fällen die Durchsetzung der Vergütung noch schwieriger.