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Trauma- und Opferzentrum

Strafverteidiger kennen die Situation: Es geht bei der Strafzumessung um eine Geldbuße, aber darum konkurrieren viele gemeinnützige Einrichtungen. Warum nicht eine Einrichtung wählen, deren Auftrag ganz unmittelbar auf die Beseitigung der Folgen von Straftaten zielt. Der resozialisierende Effekt wird so deutlicher.

Der Frankfurter Anwaltsverein ist neben dem Land Hessen und anderen Trägern der Freien Wohlfahrtspflege auch Mitglied des Vereins Trauma- und Opferzentrum e.V. in Frankfurt/M.

Der Verein hat die Aufgabe, Opfern von Straftaten, Katatastrophen und sonstigen traumatischen Ereignissen schnelle Hilfe anzubieten. Die Beratung und Betreuung orientiert sich an den realen Bedürfnissen der Klienten und Klientinnen. Ziel ist die Bewältigung der Folgen der erlittenen Straftat bzw. Katastrophe. Darüber hinaus vermittelt der Verein nach Diagnosestellung den Betroffenen Kontakte zu geeigneten Einrichtungen und/oder anderen Fachleuten. In Zusammenarbeit mit der Zeugenhilfe beim Landgericht Frankfurt am Main -mit ihr ist das Trauma- und Opferzentrum durch einen Kooperationsvertrag verbunden- betreut und berät das TOZ auch Zeuginnen und Zeugen im Strafverfahren.

Das Team des Vereins besteht aus anerkannten Vollprofis. Bis jetzt im Jahr 2010 haben die Psychologen und Pädagogen 492 Traumafälle bearbeiten müssen, dies vor allem in Therapiegesprächen in der Geschäftsstelle Zeil 81 in Frankfurt. Es geht dabei zum grössten Teil um die Traumata nach Gewaltsstraftaten, Straftaten gegen die persönliche Freiheit, Sexualstraftaten und manchmal sogar nach Vermögensdelikten. Aber auch Unfälle, etwa Arbeitsunfälle, bedürfen einer Traumatherapie.

Haftpflichtversicherungen zahlen dem Unfallopfer auch die Kosten einer Traumatherapie als Schadensersatz, wenn sein Rechtsanwalt wach ist. Bei Arbeitsunfällen ist es in der Regel die Berufsgenossenschaft. Trotzdem reichen die Einnahmen aus zivilrechtlichen und sozialversicherungsrechtlichen Ansprüchen der Opfer nicht aus, um den kostspieligen Vorhalt des Vereins an Betriebsmitteln und Personal zu finanzieren, denn in den vielen Fällen krimineller Opfer findet kein angemessener Ausgleich statt.

Wir regen an, den Verein Trauma- und Opferzentrum Frankfurt e.V. im Kopf zu behalten, wenn der Mandant traumatisiertes Opfer als Folge eines Unfalles, einer Straftat oder häuslicher Gewalt ist. Bußgelder an den Verein als Folge von Straftaten wirken sicherlich eher als ein unmittelbarer und angemessener Täter-Opfer-Ausgleich als es Bußgelder an solche karitativen Hilfsorganisationen wären, welche sich einem weiter gesteckten Aufgabenbereich stellen.

www.trauma-undopferzentrum.de